Die Flucht

Wenn viele Personen fluchtartig ein Gebäude verlassen, kann es dafür plausible Gründe geben, z.B. dass der Feuermelder angeschlagen hat.
In Kirchen dagegen (Ich bin froh, erfahren zu haben, dass dies nicht nur in der Obercrinitzer Kirche der Fall und auch keineswegs nur ein landeskirchliches Problem ist!) kann man dieses Phänomen jedoch ohne offensichtliche Ursache beobachten: der Pfarrer spricht den Segen, die Glocken läuten – schwups, da waren`s nur noch zwei …

„Fluchtverhalten am Ende des Gottesdienstes“

Warum sind die meisten von uns bemüht, so schnell wie möglich aus der Kirche zu kommen? Leider nicht nur das: so schnell wie möglich soll es nach Hause gehen!
Bis letzten Sonntag war ich ebenfalls ein Flüchtiger und daher wage ich die These, dass nicht etwa die schnelle Umsetzung der Predigtinhalte im Alltag die Motivation ist, sondern wesentlich menschlichere Motive uns jeden Sonntag direkt nach dem Gottesdienst nach Hause trieben: die Klöße müssen noch gemacht werden, es ist ganz schön kalt, bloß mit niemanden unterhalten, …

Alles Gründe, die mich nach Hause trieben, bis mir dank GOTTES wunderbarer Führung zwei Personen unabhängig voneinander dasselbe sagten: Schluss damit! (Danke Christian, Danke Klausi!)
Warum die Zeit nach dem Gottesdienst nicht für ein kurzes Schwätzchen nutzen, Interesse an dem anderen zeigen (Na du, was macht eigentlich…?), über die Predigt austauschen, … eben einfach Gemeinschaft leben!

Es ließe sich noch viel dazu sagen, aber ich denke, jeder weiß, worauf ich hinaus will und jeder kann sich selbst die Vorteile und Notwendigkeiten einer lebendigen Gemeinschaft auflisten! Das soll auch kein weiterer Punkt auf der scheinbar unendlichen Liste „Als guter Christ sollte man…“ sein, sondern einfach ein paar Zeilen zum Nachdenken! Mir selbst fällt es schwer, nicht gleich zu flüchten (wegen den Klößen, der Kälte, meiner Unvollkommenheit), aber wäre es nicht toll, wir würden uns ab und zu am Ende des Gottesdienstes zusammenstellen und ein wenig voneinander erfahren?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare und auf das Fluchtverhalten am Ende der nächsten Gottesdienste!

Marlies

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3 Antworten

  1. Christian sagt:

    Hallöchen Katrin.Ich kann sicherlich auch Deine Meinung verstehen und auch ein Stück nachvollziehen, obwohl ich noch nicht aus der Perspektive (Familie) wie Du drauf schauen kann. Ich war nur letztens im Gottesdienst und jeder saß in einer anderen Ecke. Wir ziemlich weit vorn und in jeder Reihe hinter uns so eins,zwei Leutchen. Oben auf der linken Empore die Jugend und auf der rechten Seite einige Konfis. Ich hatte am Schluß nicht die Möglichkeit mit dem einen ader anderen nur mal ein kurzes Wort zu wechseln-Freude und Leid zu teilen, das hat mich traurig gemacht. Das gehört für mich persönlich noch ein Stück dazu-schlieslich sind das ja meine Schwestern und Brüder und so empfinde ich auch.
    Wir standen nach dem vorletzen Gottesdienst in einer kleinen Runde beieinander und konnten offen über die bevorstehende Woche sprechen und auch über die offenen Probleme. So kann ich diese in meinem Gebet über die Woche immer wieder Gott bringen und die Last die auf der Person lag wird mitgetragen.
    Ich wünsche mir, daß wir das in der Predigt gehörte auch ein Stück leben,Gemeinschaft erleben. Es muß auch nicht immer nach dem Gottedienst sein , aber es ist eine gute Gelegenheit.
    Sicherlich laden die kalte Monate nicht gerade zum verweilen ein, aber vielleicht auf ein kurzes Wort…

  2. Katrin sagt:

    Huhu,
    schöner Artikel. Ich fühl mich ertappt und will deshalb mal sagen, wie’s mir so geht: Der Sonntag ist voller Erwartungen von in unserem Falle 4 verschiedenen Personen, die alle unter einen Hut gebracht werden wollen. Früh zusammen frühstücken und dann zum Gottesdienst ist meist der Start. Ja, und dann ist’s ca.10 Uhr. Ein obligatorischer Spielplatzbesuch bzw. Schlittenpartie werden mit Nachdruck eingefordert und schwupps sind die kinder auf dem Weg. Einer muß dann hinterher. Ein sonntagsgemäßes Mittagessen (nicht zu spät, ein Mittagsschlaf ist sonntags ein Muß) will gekocht werden und es soll noch genügend Zeit für einen schönen Ausflug sein, …..
    Entweder brauchen wir mehr Personal oder mehr Stunden am Sonntag.
    Für Vorschläge bin ich offen…
    Es ist meinerseits also keineswegs eine Flucht aus der Kirche oder vor Menschen, sondern das Bemühen alles gut und ohne Stress zu erledigen.

  3. Christian sagt:

    Hey Marlies-super Artikel. Ich hab ihn jetzt erst gelesen als ich die unter „Gemeinde“ aufgelisteten Themen durchstöbert habe. Am meisten hats mich gefreut ,daß der Artikel von Dir kam.Vielleicht sind wir ja demnächst noch 2,3 Leutchen mehr in unserer „Abschlußrunde“ -schön wärs…..

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