Glaube nicht alles, was du denkst!

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2 Antworten

  1. Yvonne sagt:

    Ich teile den Wunsch, dass wir Christen uns ohne fromme Fassade begegnen. Manchmal erhebe ich den Wunsch zum Anspruch. Aber Ehrlichkeit und Offenheit kann man nicht fordern. Sie müssen wachsen. Ich kann bei mir selbst anfangen, authentisch zu sein und zudem dazu beitragen, dass das Klima in der Gemeinde so wird, dass Menschen sich öffnen können.

    Du fragst woher die Werte kommen. Biografisch gesehen sind wir Nachkriegskinder und –enkel.
    Fleiß, Gehorsam und Frömmigkeit – das ist auch seelisches Erbe. Wie viele sitzen in unserer Gemeinde, die als Kind erfahren haben, dass für Authentizität keine Zeit war, dass sie vielleicht sogar mit verbaler Demütigung und Schlägen bestraft wurde? Wie viele durften nicht lernen, dass ihre Gefühle wichtig und kein Störfaktor sind? Solche Verletzungen sind tief verwurzelt und lassen sich nicht so einfach aus dem Weg räumen.

    Deshalb will ich gern barmherziger, geduldiger und freundlicher werden, zu mir selbst und zu anderen. Weil das für mich nicht heißt, meinen Nächsten mit Nettigkeiten zu überhäufen und meine Gefühle dabei zu vergraben. Es bedeutet für mich, bei mir zuhause und bei meinem Nächsten ein Gast zu sein, mein eigenes Denken und Fühlen für die Zeit der Begegnung auch mal hintenan zu stellen, zu fragen, zu hören und zu verstehen.

    Über drei Aussagen bin ich wirklich gestolpert: Jesus hat keine Gäste bewirtet? Jesus hat keine Gemeindearbeit geleistet? Jesus war nicht sozial engagiert?

  2. Pierre sagt:

    Ich teile deine Auffassung in weiten Zügen, möchte aber gern noch ein/zwei Aspekte hinzubringen. Die Gesellschaft verändert sich zunehmend schneller. Und mit ihr auch die Ansprüche/ Normen/ Werte. Ich persönlich sehe hier auch eine krasse Tendenz zum Individualismus und persönlichen Freiheitsdenken.

    Hier stelle ich mir die Frage, ob das so gedacht war. Bin ich das Wichtigste? Es gibt sicherlich viele Menschen, die viel zu wenig Rücksicht auf sich nehmen. Und insofern teile ich deine Meinung, sehe aber das Risiko, dass sich andere darauf „ausruhen“. Und uns würde es heute nicht so gut gehen, wenn viele nicht auch „über Ihren Schatten gesprungen wären“. Hierzu gibt es im Übrigen viele Beispiele in der Bibel, wie auch von freundlichen, sanftmütigen, hilfsbereiten und gastfreundlichen Menschen. Und: Selig sind die Sanftmütigen (Matthäus 5.5).

    Es ist ein sehr vielschichtiges Thema. Ich möchte aber trotzdem auch gern zum Verlassen der Komfortzone ermutigen. Ich weiß, da ist es recht schön, aber die Selbstverwirlichung ist nun einmal oft konträr zur Nächstenliebe. Jeder muss bei sich selbst prüfen, wo er steht und was dran ist.

    Und da gehört natürlich auch dazu, das was Andere tun zu akzeptieren. Ich finde den Artikel richtig und wichtig. Unterhaltet euch mit euch selbst und mit Anderen. Wo steht ihr und was ist grad dran?

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