Das Geringe hat GOTT erwählt

“ Das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat GOTT erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor GOTT rühme.“

Diesen Satz aus dem 1. Korintherbrief schreibt Paulus an die Gemeinde in Korinth, weil dort Uneinigkeit herrscht und eine Spaltung droht. Es hatten sich verschiedene Gruppierungen gebildet. Die einen folgten der Lehre des Paulus, die nächsten hielten sich zu Apollos, wieder andere zu Petrus und manche sagten: „Wir gehören zu Christus“.
Und natürlich war jeder überzeugt, er habe die richtige Erkenntnis und sei somit klüger als die anderen. Kommt mir irgendwie bekannt vor, denn auch nach 2000 Jahren ist das immer noch so. Jeder hat eine Meinung oder Erkenntnis und hält diese natürlich für richtig, was folglich heisst, Andersdenkende müssen sich irren. Das führt zu Streitigkeiten zwischen Menschen, innerhalb einer Gemeinde und zwischen verschiedenen Gemeinden.

Paulus schreibt den Christen damals und uns heute jedoch, dass keiner sich etwas auf seine (vermeintliche) Klugheit oder seine Leistung einbilden solle. Beides ist vor GOTT nichts wert, zumindest kann sich niemand dessen rühmen, denn GOTT selbst schenkt ja Klugheit, Erkenntnis und Leistungsvermögen. Es kommt nicht von uns, sondern ist ein Geschenk.

Und deshalb sollte ich meinen Stolz auf das, was ich bin und erreicht habe, mal ehrlich hinterfragen und in mich hineinhorchen, auf wen ich denn herabsehe, wen ich gering achte und ob das vor GOTT und den Menschen gerechtfertigt ist.

Der Vers birgt aber noch einen anderen Aspekt in sich. Dass GOTT das Geringe und Verachtete erwählt hat und liebt, das gilt auch für mich als Person. Genauer gesagt, für den Teil von mir, den ich selbst gering achte, nicht mag, manchmal vielleicht sogar hasse. Das können Charaktereigenschaften, persönliche Defizite oder Unvermögen sein.
Man wäre gerne anders, mag sich selbst nicht und hadert mit den eigenen Grenzen.
Auch da gilt: das Geringe (an mir) hat GOTT erwählt, er schätzt und liebt es.
Das mag befremdlich klingen. Aber wenn ich nichts verachten soll, was GOTT geschaffen hat, dann gilt das nicht nur für andere Menschen, sonder auch -und im besonderen- für mich selbst.
Wenn ich mich meiner Stärken nicht rühmen sollte, dann soll ich mich auch für meine Schwächen nicht schämen oder selbst verachten.

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