Fasten mit Brigitte

Fastest Du auch? Dachte ich mir’s doch. Ist ja auch so gesund. Für Körper und Geist. Mal so richtig entschlacken. Alles muss raus – so eine Art körperlicher Winterschlussverkauf. Jetzt wo die  Tage wärmer werden und die Kleidung knapper, kommt die Zeit der Enthaltsamkeit gerade recht, um ein paar Pfunde loszuwerden. Und das Alles noch für einen guten Zweck. Prima.

Die Brigitte hat ihre Leserinnen zu einem 12-Tage Fastenprogramm aufgerufen. Natürlich in Verbindung mit unheimlich viel Wellnes und Glücksmomenten. Zitat: Eine Zeit „voll glücklicher Zufriedenheit, von unbeschwerter Leichtigkeit und neuer Energie“.

Aber war da nicht noch was?  Sieben Wochen ohne…

Wie wäre es mit: …Gruppenzwang. Oder noch besser: …Etikettenschwindel

Unser Sohn kam am Aschermittwoch aus dem Staunen nicht mehr heraus, als er zum Abendbrot ein Stück Fleisch auf seinem Teller vorfand. „Aber Christen essen doch in der Fastenzeit kein Fleisch – hat unsere Lehrerin gesagt.“

Natürlich ist das alles völlig überspitzt und sehr ungerecht denen gegenüber, die es wirklich ernst meinen und diese Zeit nutzen, sich innerlich auf das Wichtige und Richtige zu konzentrieren und dazu eben einige weniger wichtige Dinge wegzulassen. Aber ich erwische mich selbst oft dabei, dass ich richtige Dinge aus den falschen Motiven tue.

GOTT ist in erster Linie an unserem Herzen interessiert!

Nicht zufällig gilt als  das Urdatum der Reformationsbewegung das legendäre „Wurstessen“ in Zürich (an dem auch der große Reformator Zwingli teilnahm) am 3. März 1509. Die Geschichte kann hier nachgelesen werden.

Es handelte sich dabei um den ersten Sonntag der Fastenzeit, und mit ihrer Aktion sind die Beteiligten wohl einigen Frommen (und in der Fastenzeit natürlich streng enthaltsam lebenden) Mitmenschen ganz schön auf den Schlips getreten. Das ganze hatte sogar ein juristisches Nachspiel. Was sie damit ausdrücken wollten, war: Gott ist nicht an irgenwelchen Übungen und schon gar nicht Gesetzen interessiert. Im Gegenteil: Paulus drückt sich da am deutlichsten aus: keine Gesetze mehr (Römerbrief).

Und noch ein Tipp von jemandem, der’s wissen muss

„Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass Du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“ (Jesus in Matth. 6,16-18)

Also:  ihr sollt natürlich weiterfasten. Aber bitte, bitte nicht wie Brigitte.

Hier noch eine kleine Umfrage zum Thema:

Ich faste zur Zeit... (Mehrfachauswahl möglich)

  • gar nicht (0%, 0 Stimmen)
  • Fleisch (0%, 0 Stimmen)
  • Alkohol (43%, 3 Stimmen)
  • Fernsehen (14%, 1 Stimmen)
  • Süßigkeiten (29%, 2 Stimmen)
  • Internet (erwischt !) 🙂 (0%, 0 Stimmen)
  • andere Dinge (14%, 1 Stimmen)

Stimmen gesamt: 7

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1 Antwort

  1. anonym sagt:

    Der Autor ist zur Zeit wohl etwas unterzuckert, man sehe ihm also die leichte aggro-Note nach. Außerhalb der Fastenzeit ist er eigentlich ganz nett 🙂

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