{"id":9113,"date":"2017-03-27T06:53:50","date_gmt":"2017-03-27T04:53:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/?p=9113"},"modified":"2023-01-02T10:37:53","modified_gmt":"2023-01-02T09:37:53","slug":"una-sancta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/2017\/03\/una-sancta\/","title":{"rendered":"Una Sancta"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Una<a id=\"set-post-thumbnail\" class=\"thickbox\" href=\"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=9113&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-266x266 alignleft\" src=\"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Luther2017Logo_RGB.jpg\" sizes=\"(max-width: 173px) 100vw, 173px\" srcset=\"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Luther2017Logo_RGB.jpg 567w, https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Luther2017Logo_RGB-195x300.jpg 195w\" alt=\"\" width=\"97\" height=\"149\" \/><\/a> Sancta, die eine heilige katholische und apostolische Kirche ist gar nicht so heilig, wie sie das im Namen\u00a0 tr\u00e4gt. Vor allem ist sie nicht eine oder gar einig. Zerfressen von Interessen, gespalten in Fraktionen und Nationen, im Kampf mit denen, die Br\u00fcder im Glauben sein sollten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p>Mit\u00a0 diesem\u00a0 Zitat\u00a0 aus der Zeitschrift\u00a0 \u201eGeschichte \u2013 Ketzer, Kaiser, P\u00e4pste\u201c (S.17)\u00a0 m\u00f6chte ich den 2.Teil des Beitrags \u00fcber die Papst- Kirche vor Luther beginnen.<\/p>\n<p>Nachdem der Machtkampf der P\u00e4pste und der deutschen Kaisern, im Besonderen mit den Staufern (z.B. Barbarosa), im 13.Jhd. seinen H\u00f6hepunkt erreicht hat und die Autorit\u00e4t des Papsttums dadurch stark geschw\u00e4cht wird, kommt es im 14.Jhd. noch \u201ebesser\u201c: Nun zieht der \u201e Bischof von Rom\u201c um. Nach einigen Machtk\u00e4mpfen bringt diesmal der franz\u00f6sische K\u00f6nig einen Wunschkanditaten in Stellung und nach einem elfmonatigen Konklave (die erst seit 1241 stattfinden) wird der Erzbischof von Bordeaux zum Papst , Clemens V., gew\u00e4hlt. Doch der geht nicht nach Rom, sondern verlegt seinen Sitz in die Bischofsstadt Avignon. Mit ihm ger\u00e4t das Papsttum voll unter franz\u00f6sischen Einfluss.<\/p>\n<p>Die Ersten die das zu sp\u00fcren bekamen, waren die Templer, ein Ritterorden der sich nach seiner Zeit bei den Kreuzz\u00fcgen in Frankreich weiter bet\u00e4tigte. Dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig \u201ePhilipp der Sch\u00f6nen\u201c wurde die\u00a0 Ehrenmitgliedschaft bei ihnen verweigert und er begehrte ihr Verm\u00f6gen. Deshalb wollte er sie f\u00fcr immer loswerden. Er fing nun an die Templer h\u00e4retischer und sexueller Vergehen anzuklagen, viele zu verhaften und zu foltern. Der Papst wollte die Templer zwar verteidigen und sch\u00fctzen, musste sich dem k\u00f6niglichen Einfluss aber beugen und den Templerorden aufl\u00f6sen. Auf viele Templer wartete danach der Scheiterhaufen. Auch der erneut aufflammende Streit zwischen Papst und Kaiser hatte Folgen. Der deutsche K\u00f6nig \u201eLudwig der Bayer\u201c wurde aus der Kirche gebannt. Er machte aber sein eigenes Ding und lies sich von einem r\u00f6mischem Stadtadligen zum Kaiser kr\u00f6nen. Ein Tabubruch den vorher kein Herrscher gewagt hatte.<\/p>\n<p>Aufgrund dieses Chaos fragten sich die Deutschen: Wozu braucht man noch einen Papst? Das prunkvolle Leben der Kurie in Avignon, die rauschenden Feste, die grassierende Korruption und die effektive Finanzverwaltung, die aus den \u00e4u\u00dfersten Winkeln Europas Gelder in die p\u00e4pstlichen Kassen lenkte, stie\u00dfen auf harsche Kritik. Der italienische Dichter\u00a0 Francesco Petrarca nannte Avignon eine \u201eH\u00f6hle von Gespenstern und Teufeln, die Schmutzgrube aller Laster, die H\u00f6lle der Lebendigen\u201c. 1376 kehrte Gregor XI zwar nach Rom zur\u00fcck, als er dann aber 1378 starb, kam mit Urban VI ein Tyrann auf den Stuhl Petri. Daraufhin meuterten die meisten Kardin\u00e4le und ernannten einen neuen Papst. Doch der konnte sich gegen seinen Widersacher nicht durchsetzen und floh nach Avignon. Jetzt war es also da &#8211; das gro\u00dfe abendl\u00e4ndische Schisma (Spaltung): Ein Papst in Rom, einer in Avignon und ein dritter sollte noch dazu kommen.<\/p>\n<p>Um das Schisma zu beenden, kommt es zu einem\u00a0 Konzil in Pisa. Der neue Avignon und auch der neue Papst von Rom bleiben fern und veranstalten Gegenkonzile. Trotzdem werden sie in Abwesenheit abgesetzt und durch ein Konklave wird ein neuer Papst gew\u00e4hlt, zwei Jahre sp\u00e4ter wieder ein Neuer: Baldassare Cossa ein ehemaliger Soldat, der auch Pirat gewesen sein soll und nur aus machtpolitischen Gr\u00fcnden sich der Kirche zuwandte. \u201eBeste Voraussetzungen\u201c f\u00fcr einen guten Hirten. Cossa wird Papst Johannes der XXIII. Jetzt haben wir also drei, die einen Anspruch auf die Papst-Krone erheben. Ein neues Konzil muss her und dieses findet in Konstanz am Bodensee statt. Hier ereilt einen Vork\u00e4mpfer Luthers ein tragisches Schicksal: Jan Hus aus Prag hatte wie Luther die Zust\u00e4nde in der Kirche angeprangert, sich dabei auf John Wyclif, einen Engl\u00e4nder, der auch Praktiken wie den Ablasshandel kritisierte, berufen. Die Reformation wirft ihre Schatten voraus. Doch Jan Hus hatte nicht so viel Gl\u00fcck wie Luther. Weil er den Widerruf verweigert, wird er trotz Schutzbrief von Kaiser Sigismund, 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Er soll gesagt haben: \u201eHeute bratet ihr eine Gans, in 100 Jahren kommt ein Schwan.\u201c<\/p>\n<p>Ansonsten \u00fcberwindet das Konzil das Schisma. Danach gibt es einen neuen und wieder nur einen Papst in Rom. Nach einem letzten Exil in Florenz beginnt in Rom die Zeit der Renaissancep\u00e4pste. Nun weht ein frischer Wind durch den Vatikan. Auf dem Papstthron sitzen jetzt erstmals Humanisten. Die Moderne h\u00e4lt Einzug. Der Mensch r\u00fcckt mehr in den Mittelpunkt, Kunst wird gef\u00f6rdert und ein riesiger Bauboom setzt ein. Dieser wird sp\u00e4ter die Reformation befeuern. Erste Reformbestrebungen kommen in Gang, bleiben aber meist schnell stecken. Pr\u00e4chtiger gedeiht die Vetternwirtschaft und Korruption. Verwandte bekommen schnell einen Kardinalsrang. Nun, sie haben ja auch reichlich Kinder, was f\u00fcr r\u00f6misch katholische Priester gar nicht ungew\u00f6hnlich ist.<\/p>\n<p>Diese Zust\u00e4nde erreichen mit dem Borgia Papst ihren H\u00f6hepunkt. Er hat die meisten M\u00e4tressen, entledigt sich seiner Gegner und benutzt seine Kinder f\u00fcr die Macht. Sein Nachfolger Julius II beendet zwar diese Missst\u00e4nde, doch er ist eher Feldherr als Priester. F\u00fcr seinen Traum von einem Italienischen Staat unter p\u00e4pstlicher F\u00fchrung, f\u00fchrt er viele Kriege. Er wird auch \u201eder Bluts\u00e4ufer\u201c genannt. Von ihm wird au\u00dferdem der Grundstein f\u00fcr den Petersdom gelegt, den sein Nachfolger Leo X mit Ablassgeldern weiterbaut. Leo X sagt: \u201eGott hat uns das Amt gegeben, also lasst es uns genie\u00dfen.\u201c Und w\u00e4hrend Leo genie\u00dft, sitzt in Wittenberg ein Augustinerm\u00f6nch und hat nur eine Sorge: Wie kann ich vor Gott bestehen und wie kann ich Gnade finden? Die Antwort wird er in der Bibel lesen und damit ist die B\u00fchne f\u00fcr einen neuen historischen Akt bereit.<\/p>\n<p><em>Quellen: Geschichte 12\/2010 und 4\/2014<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Una Sancta, die eine heilige katholische und apostolische Kirche ist gar nicht so heilig, wie sie das im Namen\u00a0 tr\u00e4gt. Vor allem ist sie nicht eine oder gar einig. 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