{"id":8687,"date":"2017-02-02T10:53:04","date_gmt":"2017-02-02T09:53:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/?p=8687"},"modified":"2023-01-02T10:38:21","modified_gmt":"2023-01-02T09:38:21","slug":"lass-es-gut-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/2017\/02\/lass-es-gut-sein\/","title":{"rendered":"Lass es (gut) sein."},"content":{"rendered":"<p>Nein, bewusst kein Ausrufezeichen am Ende des Titels, obwohl es grammatikalisch wohl richtig w\u00e4re.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aber wenn man diesen Satz h\u00f6rt oder selber sagt, so klingt doch meist etwas Sanftes mit. Es ist okay, beunruhige dich nicht weiter, lass es gut sein. &#8220;Let it be&#8221;<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Loslassen, Frieden finden, Neues zulassen, das sind Themen, die uns nicht nur am Beginn eines neuen Jahres besch\u00e4ftigen. Das ganze Leben ist durchzogen mit Abschieden und selbst den Kleinsten fallen diese meist schwer &#8211; sei es der heissgeliebte Schnuller oder das Ende der &#8220;ich-bin-den-ganzen-Tag-bei-Mama&#8221;- Zeit. Die Eltern versuchen nat\u00fcrlich, den Abschied zu vers\u00fc\u00dfen und versprechen ein Geschenk oder stellen dem Kind tolle Kindergartenerlebnisse vor Augen. Und tats\u00e4chlich sind solche Ver\u00e4nderungen im Kindes- und Jugendalter oft positiv besetzt, weil sie mit erfreulichen Neuerungen einhergehen und man gerne Altes hinter sich l\u00e4sst: den Kindergarten (Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein!), die gesamte Schulzeit (endlich frei), das gesetzliche Kindsein (wer fiebert seiner Vollj\u00e4hrigkeit nicht entgegen?).<\/span><\/p>\n<p>Irgendwann im Leben kommt aber der Moment, wo Verlust und Ver\u00e4nderungen nicht mehr mit sch\u00f6nen Aussichten, sondern mit einer gro\u00dfen Leere verbunden sind und wir unwillk\u00fcrlich festhalten (wollen). Dabei geht es nicht nur um den Tod geliebter Menschen. Wir halten fest an alten \u00dcberzeugungen und Gewohnheiten, es f\u00e4llt schwer, die eigenen Kinder (wohin auch immer) gehen zu lassen oder gute Vors\u00e4tze auch umzusetzen. Und oft ist es uns vom Verstand aus durchaus klar, wie notwendig und vern\u00fcnftig eine Ver\u00e4nderung ist, aber unsere Seele versteht solche Argumente nicht.<\/p>\n<p>Besonder schwer f\u00e4llt das Loslassen, wenn es um unser Innerstes geht, um das, was uns (vermeintlich) ausmacht: die eigene Sicht und Vorstellung vom Leben. Wenn der Augenblick kommt, in dem uns bewusst wird, dass unsere \u00dcberzeugungen und Sicherheiten dem Leben nicht standhalten, dass unsere tiefsten W\u00fcnsche sich nicht erf\u00fcllen werden und wir niemals der Mensch sein k\u00f6nnen, der wir sein wollen, dann ist der Schmerz kaum zu ertragen und wir weigern uns, die Wahrheit zu akzeptieren. Es gibt keinen wirklichen Trost f\u00fcr so einen Verlust und deshalb erstarren wir, sind gel\u00e4hmt und halten fest, was irgendwie geht.<\/p>\n<p>Doch: &#8220;Wenn das Weizenkorn nicht in die Erden f\u00e4llt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.&#8221; (Joh.12,24)<\/p>\n<p>Es muss also erst etwas (in uns) sterben, damit etwas Neues wachsen kann. Von der Weizenernte ist bei der Aussaat noch nichts zu sehen und sie ist nach menschlichem Ermessen eigentlich unm\u00f6glich (wie sollen ein paar K\u00f6rner Nahrung f\u00fcr viele Menschen sein?).<\/p>\n<p>Genauso ist es f\u00fcr uns oft nicht m\u00f6glich zu sehen, wie aus unserem Verlust und Abschied Neues wachsen sollte. Und trotzdem m\u00fcssen wir den Schritt des Loslassens wagen, um Raum f\u00fcr Neues und Gutes zu schaffen. GOTTes Zusage gilt: Aus dem gestorbenen Weizenkorn wird ER Frucht wachsen lassen. Auch in der Jahreslosung ist diese Zusage zu finden.<\/p>\n<p>Manchmal muss man loslassen um herauszufinden, was (oder wer) einen wirklich tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, bewusst kein Ausrufezeichen am Ende des Titels, obwohl es grammatikalisch wohl richtig w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8687","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-glaube"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8687"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8687"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8695,"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8687\/revisions\/8695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}