{"id":2863,"date":"2014-02-04T13:22:33","date_gmt":"2014-02-04T12:22:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/?p=2863"},"modified":"2023-01-02T10:45:33","modified_gmt":"2023-01-02T09:45:33","slug":"ehe-himmel-auf-erden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/2014\/02\/ehe-himmel-auf-erden\/","title":{"rendered":"Ehe &#8211; Himmel auf Erden?"},"content":{"rendered":"<p><em>von Sandro G\u00f6pfert, Pfarrer in M\u00fclsen<\/em><br \/>\nIch hoffe, ihr habt etwas Humor mitgebracht f\u00fcr diesen Artikel. Eine Ehe ist nicht nur immer Spa\u00df \u2013 ich denke, das wissen alle, die verheiratet sind. Und doch sollte man das Ganze nicht zu ernst nehmen, sondern auch mal schmunzeln k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Beginnen wir mit der Zeit der Partnersuche. Da stand in einer Zeitung zu lesen: \u201eFarmer sucht Frau mit Traktor zwecks Beziehung und evtl. Ehe. Bitte mit Bild vom Traktor!\u201c<!--more--><\/p>\n<p>Und wenn es dann geklappt hat mit der Hochzeit und man die ersten f\u00fcnfzig Jahre hinter sich gebracht hat, dann steht das Jubil\u00e4um der Goldenen Hochzeit an. Und da kann es dann \u00e4u\u00dferst verr\u00e4terisch sein, wenn ein alter Freund den Jubilar anl\u00e4sslich der Feier fragt, was er denn in all den Jahren als die sch\u00f6nste Zeit empfunden h\u00e4tte und dieser darauf antwortet: \u201eDas waren meine f\u00fcnf Jahre russische Kriegsgefangenschaft!\u201d<\/p>\n<p>Auf die Spitze treiben kann man das dann bei der Diamantenen Hochzeit, wenn ein Reporter kommt und das Ehepaar fragt, warum sie immer so harmonisch zusammen gelebt haben. Sagt der Ehemann: \u201eDas fing schon damals auf der Hochzeitsreise in Mexiko an! Wir hatten einen Ausritt mit einem Maultier. Beim Aufsteigen hat das Tier<br \/>\nmeine Frau getreten. Sie sagte ganz leise: \u201eEins\u201c. Nach einigen Kilometern war ihr Maultier bockig und wollte nicht mehr weiter. Sie sagte ganz leise: \u201eZwei\u201c.  In einer Schlucht hat das Tier gescheut und hat meine Frau fast abgeworfen. Meine Frau sagte: \u201eDrei\u201c, hat einen Revolver gezogen und das Tier erschossen. Ich habe meiner Frau Vorhaltungen gemacht und gesagt, das sei wohl nicht notwendig gewesen. Sie hat mich nur angesehen und sagte dann ganz leise: \u201eEins\u201c! Damit war das entscheidende gekl\u00e4rt.<br \/>\nIch gebe zu \u2013 diese Witze gehen etwas einseitig auf Kosten der Frauen. Aber da wir wissen, dass M\u00e4nner nun mal kein bisschen besser sind, ist das hoffentlich okay \u2013 das nur als Nebenbemerkung, bevor ich \u00c4rger mit Frauenrechtsorganisationen bekomme. Wer seine Ehe tats\u00e4chlich als Zumutung erlebt \u2013 wer sich nicht ernstgenommen f\u00fchlt von seinem Partner oder wie in einem Gef\u00e4ngnis, der wird jetzt vielleicht ver\u00e4rgert sein. Aber \u00c4rger kann man sich heutzutage ja auch einhandeln, wenn man die Ehe zwischen Mann und Frau stark macht und sie aus christlicher Sicht zum Leitbild erhebt. Der Trend \u2013 inzwischen auch in christlichen Kreisen \u2013 geht ja klar in eine andere Richtung:<\/p>\n<p>Bereits vor sechs Jahren erschien in der liberalen evangelischen Zeitschrift \u201ezeitzeichen\u201c ein Leitartikel \u00fcber \u201eLebensformen\u201c. Dort hei\u00dft es unter der \u00dcberschrift \u201ePaare, Partner, Singles: Jahrhundertelang gab es nur eine wirklich legitime Lebensform f\u00fcr Mann und Frau \u2013 ,bis dass der Tod euch scheidet\u2018. Doch die Zeiten, in denen die Verwirklichung dieses Ideals notfalls herbeige-zwungen wurde, sind lange vorbei. Was fr\u00fcher mit Sodom und Gomorrha assoziiert wurde, n\u00e4mlich eine gro\u00dfe Vielfalt von Lebensformen, ist heute \u2013 fast \u2013 selbstverst\u00e4ndlich geworden.\u201c  Hier meint man, dass die klassische Ehe nur noch eine unter vielen m\u00f6glichen Lebensformen sein kann.  Die Zeiten haben sich eben ge\u00e4ndert \u2013 und heute sind wir nat\u00fcrlich weiter als in der grauen Vergangenheit! Die Ehe wird als \u201eIdeal\u201c bezeichnet \u2013 eigentlich entsprach sie ja nie so richtig der Wirklichkeit! Und der Anspruch \u201eBis dass der Tod euch scheidet\u201c erscheint hier fast als Drohung, als Schreckgespenst. Die Ehe als \u201eZwangsjacke\u201c \u2013 stimmt das denn wirklich? Man sp\u00fcrt den Geist der 68er-Bewegung: Endlich frei sein von veralteten Normen, von den Fesseln der Institution Ehe. Jeder w\u00e4hle doch selbst, wie er leben will. Kreative L\u00f6sungen ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht! Die eigene Unabh\u00e4ngigkeit ist eben wichtig! <\/p>\n<p>Aber ich m\u00f6chte heute nicht in erster Linie kritisieren, sondern einladen: Mit der Ehe ist es ja so wie mit dem Glauben: Beides lebt von Vertrauen und Hingabe. Und weder zum Glauben noch zu einer Ehe kann ein Mensch \u00fcberredet oder gar gezwungen werden. Ich kann nur daf\u00fcr werben, dazu einladen. Ich kann es nur vorleben. Ich kann nur sagen: Das ist das Beste, was dir passieren kann! Ich will mich nicht damit abfinden, dass die Ehe so verzerrt wird und in der \u00d6ffentlichkeit eine schlechte Presse hat. Denn wohin f\u00fchrt es, wenn wir die Ehe als festen Bund f\u00fcr\u2018s Leben immer mehr verabschieden?<br \/>\nEin Artikel hat mich nachdenklich gemacht, der in der satirischen Zeitschrift \u201eThe Door\u201c erschien. Er stellt ein Versprechen vor, das sich unverheiratete Paare fairerweise geben sollten: \u201eIch, Peter, nehme dich, Julia, zu meiner Mitbewohnerin, um Sex mit dir zu haben und die Rechnungen zu zahlen. Ich bin bei dir, solange es gut l\u00e4uft, aber wenn schwere Zeiten kommen, bin ich wahrscheinlich fort. Wenn du eine Erk\u00e4ltung bekommst, laufe ich zur Apotheke und hole dir Tabletten. Aber wenn du so krank bist, dass du meine Bed\u00fcrfnisse nicht mehr befriedigen kannst, muss ich weiterziehen. Ich verzichte auf viele andere Frauen und bin dir mehr oder weniger treu, solange es mir guttut. Und selbst falls wir uns trennen, bedeutet das nicht dass unsere Beziehung nicht etwas Besonderes f\u00fcr mich gewesen w\u00e4re. Ich verspreche dir, so lange mit dir zusammenzuleben, solange es gut geht.\u201c<\/p>\n<p>Okay, das ist vielleicht etwas \u00fcberzogen. Viele Paare, die unverheiratet zusammenleben, sagen ja, dass ihnen Verbindlichkeit, Verl\u00e4sslichkeit und Verantwortung auch ohne Trau-schein ganz wichtig sind. Und das ist ja im Kern auch das, was eine Ehe auszeichnet. Und doch ist die Verschiebung deutlich \u2013 denn auch in der neuesten Orientierungshilfe der EKD ersetzen diese Werte \u201eVerbindlichkeit, Verl\u00e4sslichkeit und Verantwortung\u201c die Ehe, die gegen\u00fcber anderen Formen des Zusammenlebens relativiert wird. Nat\u00fcrlich ist eine Eheschlie\u00dfung heute noch keine Garantie: Wenn jede zweite Ehe geschieden wird, dann wird auch hier das Ziel \u2013 \u201ebis dass der Tod euch scheidet\u201c \u2013 verfehlt. Aber ist das Scheitern von Ehen ein Argument gegen den Wert der Ehe? K\u00f6nnen wir Verbindlich-keit, Verl\u00e4sslichkeit und Verantwortung denn wirklich besser durchhalten, wenn wir den Rahmen lockern, den die Ehe doch bietet? Dietrich Bonhoeffer konnte vor 70 noch  sagen, dass nicht die Liebe eine Ehe tr\u00e4gt, sondern dass umgekehrt die Ehe die Liebe tr\u00e4gt. Die Ehe als etwas Gegebenes, in dem die Liebe ein Zuhause hat \u2013 Gilt das noch? Machen wir uns da nicht etwas vor, wenn wir meinen, aus R\u00fccksicht auf unsere Freiheit und Befindlichkeiten die Normen einfach aufgeben zu k\u00f6nnen, die unsere Gesellschaft tiefgreifend gepr\u00e4gt haben? Die eben nicht nur Missbrauch, sondern auch viel Segen gebracht haben? Die Stabilit\u00e4t ausdr\u00fccken und Kindern die Nestw\u00e4rme geben, die sie brauchen? Bitte versteht mich nicht falsch: Ich m\u00f6chte nicht die Paare kritisieren, die unverheiratet, aber verbindlich, verl\u00e4sslich und verantwortlich zusammenleben. Ich will die nicht richten, deren Ehe gescheitert ist. Darum geht es mir \u00fcberhaupt nicht! Aber ich frage: Wie hat sich Gott das mit der Ehe eigentlich gedacht? Wie kann es denn gehen?<br \/>\nWas fehlt, sind doch die guten Beispiele f\u00fcr eine Ehe. Mir fehlt die Ermutigung f\u00fcr junge und \u00e4ltere Paare, die ihnen doch dabei helfen w\u00fcrde, diesen Schritt zu gehen. Pauschale Kritik an anderen Lebensformen bringt uns nicht weiter. Kritik an der Ehe aber schon gar nicht! Wir sollten stattdessen fragen: Was macht es gerade jungen Leuten heute so schwer \u2013 vielleicht viel schwerer als noch vor 20 Jahren \u2013 stabile, tragf\u00e4hige Beziehungen aufzubauen? Was macht Mut, eine lebenslange Bindung einzugehen? Wie k\u00f6nnen wir unsere Ehe st\u00e4rken und beieinander bleiben, auch wenn der Sturm kommt? Wie k\u00f6nnen unsere Ehen Zeichen der Liebe und Treue Gottes zu uns Menschen sein? Ich freue mich, dass im M\u00e4rz bei uns in Niclas und Ortmannsdorf wieder ein Ehe-Kurs beginnt und der Fokus genau darauf gelegt wird: Was motiviert, was st\u00e4rkt, was baut auf?<\/p>\n<p>Bei Goldenen, Diamantenen und Eisernen Hochzeitsjubil\u00e4en erlebe ich: Da sind zwei miteinander alt geworden \u2013 trotz aller Br\u00fcche, Entt\u00e4uschungen, Schwierigkeiten. Wenn wir das k\u00fcnftig seltener haben, dann liegt das weniger daran, dass ein Partner vor dem Jubil\u00e4um stirbt \u2013 insgesamt sollte die Lebenserwartung ja weiter steigen. Was aber sinkt, ist die Bereitschaft, es mit dem anderen ein Leben lang auszuhalten und gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten \u2013 sie so zu gestalten, dass die Ehe zum Segen f\u00fcr beide wird.<\/p>\n<p>Heute f\u00e4llt es jungen Leuten schwerer, sich fest zu binden, als fr\u00fcher. Es ist offenbar auch schwerer, zusammen zu bleiben. Wir haben eben mehr Wahlm\u00f6glichkeiten. Das ist sicher gut \u2013 aber nicht in jeder Beziehung! Nun hat niemand gesagt, \u2013 auch Gott nicht \u2013 dass eine Ehe der Himmel auf Erden ist. Aber die Ehe ist eine der besten Erfindungen Gottes. Denn Gott hat Mann und Frau f\u00fcreinander geschaffen und seinen Segen auf die Ehe gelegt. Hier sollen sich zwei erg\u00e4nzen, aneinander wachsen und reifen, f\u00fcreinander da sein, auch mal einander ertragen und zueinander stehen. Und gerade die Widerst\u00e4nde, die Krisen und Schwierigkeiten machen doch Ehepaare stark, wenn sie bereit sind, das gemeinsam anzupacken. Beim Schreiben dieser Predigt habe ich mich an einer Stelle vertippt \u2013 statt Hochzeit hie\u00df es dann Jochzeit. Ich habe dar\u00fcber nachgedacht und gemerkt: Ja, das stimmt! In einer Ehe ziehen zwei unter einem Joch (hoffentlich in die gleiche Richtung) und das kann ganz sch\u00f6n anstrengend sein. Und doch spricht es uns Jesus auch hier zu, dass dieses Joch sanft und die Last leicht ist (<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/HFA\/Matth%C3%A4us11%2C30\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mt 11,30<\/a>).<br \/>\nGanz am Anfang der Bibel sehen wir, wie Adam und Eva von Gott zueinander hin geschaffen werden und von Gott einen gemeinsamen Lebensraum gew\u00e4hrt bekommen. Wenn von Adam und Eva die Rede ist, entlockt das vielen nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln. Aber das ist keine vergangene Geschichte, die wir hinter uns lassen k\u00f6nnten, sondern das ist unsere Geschichte! Ich bin ein Adam, meine Frau ist eine Eva und Gott gew\u00e4hrt uns einen Lebensraum. Gott gibt und schenkt \u2013 das steht am Anfang. Zwei werden ein Fleisch, wachsen zusammen, sollen beieinander bleiben, ein Leben lang \u2013 so hat es sich Gott von Anfang an gedacht. Die Ehe als Schutzraum und als Vertrauensraum, in dem man einem Menschen so nahe kommen kann, wie es \u00fcberhaupt geht \u2013 eine der besten Erfindungen Gottes. Hier verzichten zwei auf ein Hintert\u00fcrchen und geben sich einander ganz hin \u2013 mit ihren Gaben und St\u00e4rken, aber auch mit ihren Begrenzungen und Schw\u00e4chen. Und keiner von beiden denkt: Warum soll ich eigentlich kaufen, wenn leasen so viel einfacher w\u00e4re?<\/p>\n<p>Diesen Raum der Ehe gibt uns Gott vor, die Gestaltung des Raums ist dann unsere Aufgabe. So ist es eigentlich generell: Vieles in unserem Leben haben wir nicht in der Hand. Wir sind nicht die Architekten unseres Lebens. Das Haus unseres Lebens bauen wir nicht selbst. Gott baut es f\u00fcr uns \u2013 von Anfang an verdanken wir uns ihm. Auch der Raum der Ehe ist etwas, das uns Gott, der Architekt, vorgegeben hat. Gemeinsam mit ihm sind wir aber Innenarchitekten. Wir gestalten den Raum, der innerlich nicht ganz festgelegt ist. Wer in einer Ehe den Abwasch macht, den M\u00fcll rausbringt, das Auto repariert, die Wohnung putzt, wie man die gemeinsame Zeit gestaltet, welche Hobbies jeder f\u00fcr sich pflegt \u2013 das alles ist ja von Ehe zu Ehe verschieden und h\u00e4ngt auch davon ab, wie man das abspricht. Und an dieser Stelle bin ich froh, dass ich nicht der Architekt unseres Ehehauses bin, denn mit der Inneneinrichtung haben meine Frau und ich genug zu tun!<\/p>\n<p>Und es gibt noch eine interessante Verbindung zwischen der Ehe und Gottes Verh\u00e4ltnis zu uns. Im Epheserbrief hei\u00dft es: \u201eDarum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau h\u00e4ngen, und die zwei werden ein Fleisch sein\u2018. Dies Geheimnis ist gro\u00df; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.\u201c  Was hat es nun mit diesem Geheimnis der Ehe auf sich? Was hat die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau mit der Beziehung von Christus zu seiner Gemeinde zu tun?<br \/>\nWir leben davon, dass Gott uns liebt und sich uns z\u00e4rtlich zuwendet. Gott schlie\u00dft einen Bund mit uns und verspricht, ihn zu halten. Und wir bleiben in diesem Bund, wenn wir Gott treu sind. Und darum geht es auch in der Ehe, die ebenfalls ein Bund ist. Auch hier geht es um Liebe, Treue und Hingabe. Eine Ehe ist ein sichtbares Zeichen der Liebe Gottes zu uns. Gott liebt den Ehemann \u2013 und diese Liebe soll der an seine Frau weiter geben. Gott liebt die Ehefrau \u2013 und diese Liebe soll sie an ihren Mann weiter geben. So wird Gottes Liebe zu uns durch unseren Ehepartner sichtbar. Okay, das werden wir nie perfekt hinbekommen \u2013 aber wir k\u00f6nnen es ein Leben lang \u00fcben. Und klar ist, dass eine Ehe das nur leisten kann, wenn sie w\u00e4chst und nicht jederzeit gek\u00fcndigt werden kann. <\/p>\n<p>So wird in der Ehe Gottes Bund mit uns Menschen sichtbar. Deshalb ist eine Ehe ein ganz deutliches Zeichen \u2013 weil in ihr zwei so miteinander ernst machen wollen, wie Gott mit uns ernst macht. Das ist das Himmlische an der Ehe: Sie ist ein Abbild der Liebe Gottes zu uns. Und doch m\u00fcssen wir uns von der Illusion verabschieden, die Ehe sei der \u201eHimmel auf Erden\u201c. In den Medien wird oft nur dieser eine Moment gezeigt: Das Verliebtsein, verbunden mit der Sehnsucht, den Richtigen bzw. die Richtige zu finden und mit ihm bzw. ihr f\u00fcr immer im siebten Himmel zu schweben. Wie jedoch Eheleute das Eheschiff durch den anspruchsvollen und bewegten Alltag steuern k\u00f6nnen \u2013 das wird kaum thematisiert. Viele Ehen zerbrechen an einer \u00fcberh\u00f6hten Gl\u00fcckserwartung an den anderen. Auf dem Papier ist sie ein Unternehmen, das wenig Erfolg verspricht. Wie viel spricht dagegen! Aber gerade in unserer Schw\u00e4che, Ohnmacht und Armut strecken wir uns aus nach der kostbaren Gnade Christi. Das gibt Kraft f\u00fcr einen Neuanfang! So m\u00fcssen Eheleute am Tropf ihres Herrn h\u00e4ngen \u2013 weil die N\u00e4hrl\u00f6sung immer von oben kommt. Genau genommen ist die Ehe ein Heilsweg. Der gemeinsame Lebensweg eines Mannes und einer Frau soll in den himmlischen Hochzeitssaal f\u00fchren und sich dort f\u00fcr alle Ewigkeit vollenden. Wenn der gemeinsame Lebensweg ein Kreuzweg war und in den Himmel gef\u00fchrt hat \u2013 dann ist die Ehe gelungen, dann war sie gl\u00fccklich. Die Ehe kann also nicht der \u201eHimmel auf Erden\u201c sein. Doch hat sie etwas Himmlisches. Sie verweist uns auf Gott. Und unter dem Kreuz und der Gnade Christi wird sie in der Tiefe begl\u00fcckend sein! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Sandro G\u00f6pfert, Pfarrer in M\u00fclsen Ich hoffe, ihr habt etwas Humor mitgebracht f\u00fcr diesen Artikel. Eine Ehe ist nicht nur immer Spa\u00df \u2013 ich denke, das wissen alle, die verheiratet sind. 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