{"id":13485,"date":"2022-02-15T21:26:14","date_gmt":"2022-02-15T20:26:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/?p=13485"},"modified":"2023-01-02T10:29:18","modified_gmt":"2023-01-02T09:29:18","slug":"zeit-fuer-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirche-obercrinitz.de\/wordpress\/2022\/02\/zeit-fuer-veraenderung\/","title":{"rendered":"Zeit f\u00fcr Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"\n<p>Ist das ein Wort, was man gerne h\u00f6rt? Ja, es gibt Ver\u00e4nderungen, denen wir durchaus positiv entgegen sehen z.B. heiraten, eine eigene Familie gr\u00fcnden, Umzug oder eine neue Arbeitsstelle.<br>Dann sind da aber auch Ver\u00e4nderungen, die wir eigentlich gern vermeiden w\u00fcrden, wir wissen aber um deren Notwendigkeit. Am h\u00e4rtesten treffen uns wohl Ver\u00e4nderungen, die uns passieren, in die wir hineinrutschen. Wir m\u00fcssen uns darauf einstellen, ohne eine M\u00f6glichkeit aktiv handeln zu k\u00f6nnen. In so einem Ver\u00e4nderungsprozess stecken wir ja seit den letzten Jahren alle drin. F\u00fcr den einen bedeutet das nur Einschr\u00e4nkung, w\u00e4hrend es f\u00fcr andere ziemlich herb kommt. Wie geht es jetzt den H\u00e4ndlern, die im vergangenen Jahr auf einen Weihnachtsmarkt gehofft haben und jetzt ohne Einnahmen vielleicht mit Schulden dastehen? So eine Lage ist bescheiden und kann auch nicht besch\u00f6nigt werden. Es bleibt also festzuhalten: Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen erstmal ziemlich<br>schmerzhaft sein, und wenn man kann, findet man bestimmt 1000 Gr\u00fcnde sie zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Unsere biblichen Hauptfiguren waren davon auch betroffen.<br>Abraham: \u201eGeh, Abraham, Geh, in ein neues Land.\u201c Da war er schon hochbetagt.<br>Isaak: Er musste erst mehrere Brunnen graben, bevor er den richtigen Platz fand und mit seinen S\u00f6hnen kam es auch anders als er es geplant hat.<br>Jacob: Durch sein intrigantes Verhalten, weil er der Erste sein wollte, geht er zu weit und muss sich erstmal \u00f6rtlich ver\u00e4ndern. In seiner neuen Umgebung werden dann nochmal seine Pl\u00e4ne von einem genauso intriganten Verwandten durchkreuzt. Es dauert lange bis er bekommt, was er will.<br>Josef: Er denkt, es ist ihm verhei\u00dfen einmal Chef im heimischen Nomadenclan zu werden. Er landet aber erstmal mit Todesangst im Brunnenloch, dann als Sklave in \u00c4gypten, aus gehobener Hausanstellung heraus in den Knast. Erst von dort zum ersten Minister und Retter vieler, die einer Hungersnot ausgesetzt sind. Er bewirkt in dieser Rolle noch eine letzte gravierende aber positive Ver\u00e4nderung f\u00fcr seinen Vater Jacob.<br>Mose: Erst Prinz von \u00c4gypten, dann Fl\u00fcchtling und als Schafhirte in Midian angekommen. Dort begegnet ihm Gott und beauftragt ihn: \u201eGeh mal wieder nach \u00c4gypten und sage dem Pharao, er soll mein Volk freilassen.\u201c Und dann geht&#8217;s durch das rote Meer und durch die W\u00fcste in Richtung gelobtes Land. Mose sind da schon ein paar Ausreden eingefallen, warum er das nicht will bzw. tun kann.                                                                                       Aber wenn Gott etwas plant, gibt es keine Diskussion. Daraufhin f\u00fchrt Mose nochmal ein<br>Volk das sich mit Ver\u00e4nderungen auch schwer tut.<br>Ruth: Der Tod des Ehemannes ist ja erstmal eine tragische Ver\u00e4nderung. Aber dann folgt sie auch noch ihrer Schwiegermutter in die Fremde und eine ungewisse Zukunft. Sie konnte niemals ahnen, dass sie die Urgro\u00dfmutter eines der gr\u00f6\u00dften j\u00fcdischen K\u00f6nige wird.<br>David: Der wird vom Hirte zum Kriegsheld und dann zum Gejagten seines einstigen F\u00f6rderers. Einige Psalmen erz\u00e4hlen, was er da durchgemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Es gibt noch mehr Beispiele im Alten Testament und es ist auch sehr interessant, wie Jesus im neuen Testament Ver\u00e4nderung bewirkt und nahelegt. Ein Teil seiner J\u00fcnger l\u00e4sst jedenfalls die Netze fallen, die wichtigsten Arbeitsmittel der Fischer. Sie lassen also auch ihre Identit\u00e4t fallen. Der Z\u00f6llner h\u00f6rt auf f\u00fcr die Besatzungsmacht zu arbeiten und geht mit den Leuten mit, bei denen er gar nicht beliebt ist. Dazu gesellt sich noch der Zellot, der gerne die absticht, f\u00fcr die der Z\u00f6llner arbeitet.<br>Dass die beiden Charaktere in einem Team spielen ist eigentlich unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Solche Ver\u00e4nderungen bewirkt nur Jesus, aber er fordert auch heraus. Den reichen J\u00fcngling fragt er:<br>\u201eWie sieht es mit deiner Nachfolge aus, wenn ich zu dir sage: &#8216;Trenne dich von Allem.&#8217;?\u201c<br>Interessant ist auch seine Reaktion auf diese Aussage: \u201eLass mich erst meinen Vater begraben, dann will ich dir folgen.\u201c<br>Jesus: \u201eLass die Toten ihre Toten begraben und wer Vater und Mutter um meinetwillen nicht hasst, ist meiner nicht w\u00fcrdig.\u201c Das versteht Keiner. Hier handelt es sich aber nicht um einen Vater, den der Sohn nicht bestatten und betrauern darf, was ja sehr wichtig ist. Und nachts sollen die Gebeine aus dem Friedhof kommen und die Leiche mitnehmen? So ist es nicht. Der Vater ist noch lebendig, nur geistig tot, weil er f\u00fcr die Ver\u00e4nderung seines Sohnes kein Verst\u00e4ndnis aufbringen kann. Der Sohn meint, der Vater muss erst unter der Erde sein, bevor ich mich l\u00f6sen kann. Mit \u201ehassen\u201c meint Jesus hier du musst jetzt eine Entscheidung treffen, denn wenn dein Vater tot ist, findest du andere<br>Gr\u00fcnde, die dich aufhalten. Du musst jetzt heraus aus deiner Kompfortzone.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Alle, von denen hier die Rede war, haben das gemeinsam: Raus aus der Kompfortzone und eine neue Perspektive gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leo Bigger hat in einer seiner letzten Predigten wieder mal das Beispiel gebracht, wie ein junger Adler fliegen lernt. Der Jungvogel sitzt am Anfang gem\u00fctlich im Nest und bekommt sein Futter gebracht, es fehlt ihm an nichts. F\u00fcr was braucht er eine Ver\u00e4nderung? Doch irgendwann meint der Altvogel, ein Adler sei dazu bestimmt zu fliegen, deshalb<br>schmei\u00df ich dich mal aus dem Nest. Zuerst verhindern seine Fl\u00fcgel nur, dass er nicht wie ein Stein f\u00e4llt, fliegen ist das aber noch nicht. Kurz bevor es gef\u00e4hrlich wird, kommt der Altvogel unter ihn, f\u00e4ngt ihn auf und tr\u00e4gt ihn sicher nach oben. Dort kann der Jungvogel aber nicht bleiben. Die \u00dcbung wird wiederholt bis er merkt &#8211; meine Fl\u00fcgel tragen mich. Erstmal bis zum n\u00e4chsten sicheren Halt, von dort kommt er schon allein weiter und irgendwann steigt er auf. Was sieht er jetzt? Nicht nur den Felsen gegen\u00fcber und die Schlucht unterhalb von seinem Nest. Auch nicht nur den Himmel \u00fcber ihm. Nun sieht er das ganze Gebirge, eine neue und gr\u00f6\u00dfere Perspektive.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Soll das nun hei\u00dfen jeder muss raus aus seiner gewohnten Umgebung &#8211; Haus, Dorf, Stadt,<br>Arbeitsstelle? Ab in ein neues Land? Jeder kann sich fragen, was seine pers\u00f6nliche Komfortzone ist, aus der er vielleicht heraus m\u00fcsste, um eine gr\u00f6\u00dfere Perspektive zu bekommmen. An der Stelle muss nun nochmal die Geschichte von Josef kommen, der nach langem Abw\u00e4rts weit oben angekommen ist. Es gibt aber leider nicht nur solche Geschichten. Dietrich Bonh\u00f6fer hat auch seine Sicherheit in Amerika verlassen, jedoch seine Bem\u00fchungen, den Nazihorror zu bek\u00e4mpfen, waren nicht sichtlich erfolgreich. Das Ende der Geschichte ist bekannt. Daraus l\u00e4sst sich auch kein gutes Ende pressen.<br>Fakt ist aber er hatte eine gr\u00f6\u00dfere Perspektive, die \u00fcber sein Leben hinausreichte. Auch das kann heute noch Mut machen.<br><br>Und Gott hat immer die Adlerperspektive.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist das ein Wort, was man gerne h\u00f6rt? 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